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Neu hier? Das sind Marie und Sascha.

Wann wird New Work zu New Work?

In den letzten Monaten waren unsere Trainings und Meet Ups geprägt von flammenden Diskussionen darüber, wie sich Führung verändert oder wie sie sich verändern muss. Immer wieder kommt die Frage auf:

Gibt es eigentlich schon Unternehmen, die sich komplett nach New Work-Mindset ausgerichtet haben?

Die Antwort ist: Ja, aber wenige. Der Grund dafür ist, dass es verdammt schwer ist und wir in Deutschland noch sehr am Anfang stehen. Ein Projekt mittels Scrum umzusetzen, Daily-Meetings einzuführen und eine fancy Location zu haben bedeutet noch lange kein New Work. Daher stellt sich die Frage, was heißt es genau, wenn ein Unternehmen New Work umsetzt und was macht es so schwierig?

Was ist New Work?

New Work ist eigentlich schon ziemlich alt, denn Frithjof Bergmann prägte den Begriff bereits in den Siebzigerjahren. Heute, vierzig Jahre später, kann man sagen: New Work oder Arbeit 4.0 ist eine andere Sicht auf und ein anderer Umgang mit Arbeit. Arbeit soll optimal in das Privatleben integrierbar sein, Arbeit soll kein notwendiges Übel sein, sondern etwas, das man wirklich will. Arbeit soll im Einklang mit den eigenen Werten stehen und die Möglichkeit bieten, sich selbst zu verwirklichen und zu entfalten.

Wie entwickelte sich Arbeit 4.0 und warum brauchen wir sie?

Globalisierung und Digitalisierung sorgen dafür, dass die Märkte transparenter sind und dass unsere Kunden kaufen können wo und bei wem sie wollen. Reaktionsgeschwindigkeit und Anpassung an sich verändernde Bedürfnisse sind für Unternehmen existenziell geworden. Jeder, der mal einen Change-Prozess mitgemacht hat weiß, das ist gar nicht so einfach. Doch nicht nur das hat sich verändert. Die heranwachsenden Generationen Y und Z stießen mit völlig anderen Werten und Vorstellungen in die Arbeitswelt, als dies die Generationen vor ihnen taten. In den Nachkriegszeiten stand die Existenzsicherung durch Arbeit an erster Stelle, während es heutzutage eher um den Sinn der Arbeit, die Identifikation mit ihr und um die Möglichkeit der Entfaltung geht. Das bedeutet: Unternehmen, die morgen auch gerne noch Personal hätten, müssen überlegen, wie sie diese Bedürfnisse befriedigen können. Dieser Wandel und die Suche nach einer modernen Form der Arbeit nennen wir New Work.

So weit, so gut!

New Work ist somit in erster Linie eine Einstellungssache. Wie bei allen Dingen gilt: Aus Haltung folgt Verhalten. Man muss also als Unternehmer seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen eine Arbeit anbieten, die sie für sinnvoll halten, mit der sie sich identifizieren und die ihnen Freude bereitet. Auf den Punkt gebracht: Die Menschen, die für ein Unternehmen arbeiten, sollten alle freiwillig und gerne kommen und nicht, weil sie am Ende des Monats Geld brauchen. Auf der anderen Seite spricht das aber auch nur die Menschen an, die so auch arbeiten wollen. Natürlich wird es auch immer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen geben, die Arbeit als Arbeit betrachten und gar nicht mehr von ihr erwarten. Ein Dilemma! New Work muss man also wollen. Das gilt für jeden einzelnen Mitarbeiter, für jede einzelne Führungskraft und besonders für die Geschäftsführung.

Alle müssen lernen!

Betrachtet man New Work in seinem Optimalzustand sehen wir eine Gruppe von Menschen, die zusammengekommen sind um etwas zu bewegen. Etwas, das sie für sinnvoll erachten und das ihnen Spaß macht. Es werden Rollen vergeben. Es wird überlegt, welche Rollen für die Erfüllung der anfallenden Aufgaben nötig sind und wer was besonders gut kann und mag. Der Mensch, der kontaktfreudig ist und eine Vorliebe für Vertrieb hat, wird Vertriebler und so weiter. Jetzt kommt das Besondere: Derjenige, der nun die Rolle des Vertrieblers ausfüllt, trägt auch die Verantwortung dafür. Es gibt in der Regel keinen Vorgesetzten, der ihn kontrolliert oder ihm sagt, wie er was zu tun hat. Und hier sind wir an einem entscheidenden Knackpunkt: Der Mitarbeiter muss die Verantwortung tragen wollen und die anderen, inklusive der Geschäftsführung müssen ihm vertrauen und ihn machen lassen. Die gesamte Verantwortung für den Erfolg, liegt also im Team und bei jeder einzelnen Rolle. Das müssen sowohl die Mitarbeiter als auch die Führungskräfte lernen.

Neue Welt – neue Rollen!

Sogenannte „Selbstorganisierte Teams“ benötigen also eine völlig andere Art der Führung. Bisher waren Führungskräfte Entscheider, Informationsträger, fachlicher Ansprechpartner und Motivator. Nun wird Führung eher darin verstanden, das Team in ihrer Selbstorganisation zu unterstützten. Hierzu muss eine Führungskraft folgende Rollen einnehmen: Coach, Moderator, Trainer, Mediator und Innovationsmanager. Die Führungskraft bekleidet also nicht mehr eine klassische Vorgesetztenfunktion, sondern gliedert sich in das Team ein. Was das mit Führungskräften macht, ist auch natürlich: Angst vor Macht- oder Statusverlust und die Frage: 

Habe ich dann noch genug zu tun?

Weitreichende Folgen!

Ist der New Work Stein einmal ins Rollen gekommen, so ergeben sich weitreichende Konsequenzen. Alles steht zur Diskussion: Gehaltsstrukturen, Personalgespräche, Laufbahnplanungen, etc. Sämtliche Strukturen müssen angepasst werden. Ein Mammut-Projekt und gleichzeitig die Begründung dafür, warum es bisher nur wenige Unternehmen gibt, die sich komplett nach New Work ausgerichtet haben.

Unserer Meinung nach ist diese radikale Art und Weise auch im ersten Schritt gar nicht nötig. Wie beschrieben, New Work fängt im Kopf an. Der Rest ist dann lediglich eine logische Konsequenz! Aber anfangen sollten wir alle damit…

Bitte entschuldige die rein männliche Ansprache, sie vereinfacht lediglich das Lesen und Schreiben. Wir sprechen selbstverständlich alle Geschlechter an.

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